Sommerurlaub in der schwäbischen Alb

Dieses Jahr wollten wir nur eine kurze Autofahrt bis zum Urlaubsort, also entschieden wir uns für ein Ausgflugsziel in Deutschland. Ein Bauernhof in der schwäbischen Alb. Dietsteig - der Ort der Ferienwohnung ist eine Ansammlung von Häusern, wo am Samstag morgen der Bäcker im Auto vorbeikommt, umgeben von Wald, Feldern und Wiesen. Nusplingen selber ist auch ... ruhig. In den Sommerferien wird anscheinend in der ganzen Gegend früher Feierabend gemacht. Supermärkte, Fleischer und Bäcker hatten insbesondere in den kleinen Orten zum Teil nur vormittags offen. Spannend!
Hinter der Ferienwohnung gab es (wie bei fast jedem Haus in der Gegend) einen kleinen Spielplatz mit Rutsche, Schaukel, Trampolin und Sandkasten. Dazu noch Hühner, Ziegen und ein Stück die Straße runter Schafe. "Mähs" waren total spannend - so lange, bis sie zu laut wurden. Danach waren "Gock, gocks" die bevorzugten Haustiere zum Zugucken.
In und um Nusplingen gab es auch eine ganze Reihe kleinerer Rundwege, die wir ausprobierten. Besonders schön: es war gerade Zeit, die Ernte einzuholen, Gras zu mähen und dann natürlich auch zu Ballen zu verarbeiten und einzuwickeln. Das sieht lustig aus!
Am ersten Urlaubstag ging es nach Reutlingen. Das war zwar etwas weiter weg, aber so konnte ich mal den Ort kennenlernen, an dem Daniel öfter arbeitet. Durchaus ein nettes Örtchen, auch wenn ich dann doch unerwartet wenig Fotos gemacht habe.
Am nächsten Tag ging es nach Balingen. Wir wussten zwar nichts davon, aber es war ein Markt mit Handwerkern primär aus Thüringen: Glasbläser, ... und es gab natürlich auch Thüringer Klöße. Ansonsten hat mir Balingen ganz gut gefallen. Nicht so viele Einkaufsmöglichkeiten wie Reutlingen, aber durchaus ausreichend. Und dafür kann man dort relativ schnell am Fluss entlangspazieren, es gab immer wieder kleine Spielgelegenheiten (wenn auch nicht alle für Jens geeignet) und auf der Hauptfußgängerzone ein kleines Rinnsal, wo man immer wieder kleine Gimmicks eingebaut hatte. Der Typ muss einen Großvertrag abgeschlossen haben - ähnliches haben wir auch in vielen anderen Orten gefunden!
Am Donnerstag wurde das Wetter richtig schön. Zeit, die Wanderungen auszupacken, die ich bereits rausgesucht hatte. Insbesondere die ersten Wanderungen hatten viele schöne Aussichtspunkte. Die erste Rundwanderung zum Beispiel mehrfach den Blick auf die Burg Hohenzollern.
Die zweite Wanderung nannte sich - durchaus treffend - Grand Canyon für Daheimgebliebene. Es war einer der schönsten Blickpunkte in das Donautal (wobei einem mit Kinderwagen natürlich auch nur eine begrenzte Anzahl Wanderungen überhaupt zur Verfügung steht).
Man hatte uns Sigmaringen empfohlen - zu Recht würde ich sagen. Es gibt die eine oder andere schöne Ecke in Sigmaringen, es gibt leckere Restaurants, ... Das Schloss ist auch sehr beeindruckend. Rein sind wir allerdings nicht, da ich keine Lust auf eine einstündige Führung hatte, die nicht mit Kinderwagen bewältigt werden kann. Stattdessen sind wir am Wasser entlang den Schaukelweg nach Laiz gelaufen. Eine sehr schöne Idee! Viele der Schaukeln nicht für allerkleinste Knirpse geeignet, aber verlockend waren sie schon. Es gibt sogar eine Schaukel, die man mit 'nem Rolli befahren kann. Auf den beiden Seiten des Flusses gibt es auch noch unterschiedliche Schaukeln. Aufgrund der drohenden dunklen Wolken sind wir jedoch nur bis an den Rand von Laiz gelaufen und sind dann umgekehrt.
Nach dem eher lockeren Stadtbummel-Tag kam die größte Wanderung des Urlaubs: 15 km mit dem Kinderwagen! Den größten Teil der Strecke ging das auch wirklich prima. Aber gerade den letzten Aussichtspunkt wollten wir auf gar keine Fall verpassen - und auf dem Stück waren nun ausgerechnet eine Reihe Stufen, so dass wir unseren Knirps an 2 Stellen tragen mussten. Das wäre ja alles nicht so das Problem, wenn man nicht selbst schon so plattgelaufene Füße hätte! Trotzdem war der Traufgang zum Schlossfelsen toll und der Blick über Albstadt die Mühen wert!
Aber es war schon eine komische Wanderung. Im Sommer morgens 9:00 Uhr bei 11°C losgelaufen. Dem Knirps noch seine Matschhose angezogen, damit ihm warm wird. Und trotz gelegentlichem Sonnenschein haben wir ihm die Hose nie ausziehen können. Umheimlich viele Bänke am Weg. Ein ganz toller Spielplatz, am dem wir jedoch wegen schlafendem Kind vorbei sind. Zum Schluss kam dann auch noch Regen, der jedoch schnell wieder das Weite suchte, so dass wir trocken am Parkplatz ankamen.
Am nächsten Tag brauchten wir unbedingt einen Ruhetag. Vor allem die Füße. Also schnell einen Ausflug zum Einkaufen gemacht. Und da wir eine Drogerie wollten, einen etwas größeren Ort ausgesucht, den wir noch nicht kannten. Eine Drogerie haben wir nicht gefunden, dafür einen kurzen Spaziergang durch den wirklich schönen alten Teil der Stadt gemacht. Inklusive Blick auf Nebel im Tal.
Das Wetter wurde nun leider immer schlechter. Abends fing es an zu regnen und morgens gab es auch einen Nieselschauer nach dem nächsten. Dennoch wollten wir was unternehmen und besser werden sollte das Wetter ja auch, wenn auch nur kurz. Also haben wir uns für das Freilichtmuseum in Neuhausen op Eck entschieden, wo man ja reichlich Unterschlupf vor nassem Wetter finden sollte. Dem war auch so und wir brauchten es auch, vor allem am Vormittag. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Vorführung der mit Wasserkraft betriebenen Säge und Mühle. Das fand sogar Jens spannend (und nicht mal zu laut). Nach dem Mittagessen mussten wir dann nochmal länger Zuflucht in einem der Museumsgebäude suchen, aber danach kam dann sogar mal die Sonne raus!
Das Museum ist nicht so beeindruckend wie das Freilichtmuseum in Hagen, dafür sind die Geschichten zu den Gebäuden aber hervorragend recherchiert und für einen anderthalb Jahre alten Knirps war es trotzdem groß genug. Vom Schmieden für Kinder hatte er allerdings noch nicht so viel.
Am nächsten Tag war das Wetter sogar noch schlechter. Aber am Nachmittag wollten wir dann unbedingt raus und sind nochmal nach Albstadt gefahren. Dort haben wir uns das Albaquarium angeschaut. Es war gar nicht so einfach, es zu finden (vor allem nicht, wenn man nach etwas in der Größe eines Sealife Centers sucht). Es war auch recht klein, aber sie hatten ein paar schöne Fische und Jens fand die Schildkröten auch sehr spannend! Anschließend sind wir noch in die Fußgängerzone und sind dort - dann endlich bei Sonnenschein - entlanggeschlendert.
Kapelle Gnadenweiler Kreuz Kreuz Pilzspur
Man hatte uns ein Cafe empfohlen, bei dem es ganz tolles Angus-Rind zu essen gibt und auch hervorragenden Kuchen. Also sind wir hin, das auszuprobieren. Da es gerade nicht regnete, machten wir vorher noch eine kleine Rundwanderung beginnend bei der Kappelle in Gnadenweiler, auf der es auch ein paar Kreuze gab. Wir dachten uns, dass zwei Kilometer vor einem Stück Kuchen gerade passend wären. Die Idee war gut, das Wetter nicht ganz so. Es fing zwischendrin an zu nieseln, und regnete kurz stärker. Sobald wir aber einen passenden Baum zum unterstellen gefunden hatten, hörte es schon wieder auf.
Nachdem wir unseren Rundweg beendet hatten, kamen wir auch an dem Cafe vorbei. Es saß jemand draußen auf der Terrasse, der einen gut aussehendes Stück Kuchen vor sich stehen hatte und uns darauf aufmerksam machte, dass Freitag Ruhetag wäre. Mist!
Wir durften dennoch mit Jens an einem der Tische Platz nehmen und ihm einen Joghurt und Obst zu essen geben. Am Sonntag waren wir wieder da. Mittags Angus-Rind und zum Nachtisch ein Stück Kuchen von demselben, den sie (ganz offensichtlich die Eigentümer) am Freitag gegessen hatten. Ha!
Auf der Planwagenfahrt (von der es keine Bilder gibt), die unsere Gastgeber mit uns und der zweiten Ferienfamilie gemacht haben, hat man uns einen Spielplatz in Stetten am kalten Markt empfohlen. Da am Samstag das Wetter tatsächlich wieder etwas besser war und uns die Wanderungen ausgingen haben wir uns für einen Besuch diese Spielplatzes entschieden. Am Vormittag schon mal hin, weil ich zu einem bestimmten Metzger dort wollte, einen kleinen Rundgang gemacht und dann ein paar Spielplatzminuten für Jens eingelegt. Am Nachmittag waren wir dann wieder da - bei noch mehr Sonnenschein und vor allem viel mehr Kindern. So hatten Jens dann auch seinen ganz eigenen Urlaubstag!